Judenfriedhof

 

Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes in Kleinsteinach, der zugleich Zentralfriedhof für den Haßfurter Bezirk war:

Der Judenfriedhof in Kleinsteinach ist mit 12.224 qm der größte seiner Art im Landkreis Haßberge und der zweitgrößte in Unterfranken. Er besteht aus einem alten und einem neuen Teil. Dieser umfasst ca. 710 Grabsteine, insgesamt beläuft sich die Zahl jedoch auf 1004. Mit ziemlicher Sicherheit gibt es auf der Begräbnisstätte noch weitere Gräber, deren Steine aber den zahlreichen Schändungen Ende des 19. und des 20. Jahrhunderts zum Opfer fielen.

Laut der Überlieferung wurde er angeblich im Jahre 1453 angelegt. Da erst mehr als 100 Jahre später, also 1596 das erste Begräbnis vermeldet wurde, ist davon auszugehen, dass die Zeitangabe "1453" doch nicht ganz stimmen kann. Der erste Tote war ein berühmter Thoragelehrter. Gleichzeitig wurde der Friedhof zur zentralen Begräbnisstätte von Haßfurt für die Orte Aidhausen, Haßfurt, Hofheim, Kleinsteinach, Lendershausen, Westheim, Wonfurt, Zeil und sogar Schonungen ernannt. 1772 legte man für den Friedhof ein Grabverzeichnis an, in das bereits zwei Jahre später der erste Tote eingetragen wurde.  Dieses Verzeichnis verschwand jedoch während der Zeit des Nazi-Regimes.

Der letzte, dessen Begräbnis man anhand eines Grabsteines nachweisen kann, ist Daniel Mahler, der im Januar 1942 verstarb. Die letzte hier begrabene Tote jedoch war wahrscheinlich die in Haßfurt 86-jährig verstorbene Rosa Lonnerstätter (Todestag: 29.03.1942).

Die Begräbnisstätte ist heute geschlossen und untersteht nun dem Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. Dieser Landesverband stellte im Jahre 1960 Mittel für die Instandsetzung des Judenfriedhofes bereit.

Zudem signalisierte 1989 die Gemeinde Riedbach ihre Unterstützung für die Aufbereitung der Geschichte des Judenfriedhofs und dafür, diese Dokumentation für Jedermann zugänglich zu machen.

Am ehemaligen Eingang des Friedhofes befindet sich das Taharah-Haus, welches nach einer Renovierung, die im Laufe des Jahres 2014 durchgeführt wird, künftig auch für Ausstellungszwecke genutzt werden soll.